> MBT - Regionalbüro Südwest

 

Berater_innen:
Steven Seiffert und Anne Winkel

zuständig in den Landkreisen:
Mittelsachsen (ohne Alt-Landkreis Döbeln), Zwickau, Erzgebirgskreis, Vogtlandkreis, Stadt Chemnitz

Büroadresse:
Kulturbüro Sachsen e.V. | Mobiles Beratungsteam - Regionalbüro Südwest | Henriettenstraße 5 | 09112 Chemnitz

Tel. 0371 / 27 81 565
Fax 0371 / 27 81 568
Mail: mbt.suedwest@kulturbuero-sachsen.de

 

FALLBEISPIEL:
Beratung und Begleitung von Bürger_inneninitiativen (Limbach-Oberfrohna)

Seit Ende 2008 unterstützt das MBT Personen in Limbach-Oberfrohna, die sich gegen neonazistische Aktivitäten in der Stadt engagieren. Die Schwerpunkte der Beratungstätigkeit liegen in der Begleitung

  • einer antifaschistischen Jugendinitiative
  • einer Elterninitiative und
  • eines Forums kritischer Bürger_innen.

Anlass für den Beratungseinstieg waren massive Diskriminierungserfahrungen, die antifaschistische Jugendliche im Nachgang neonazistischer Angriffe erfuhren: In Limbach-Oberfrohna erhielten die Betroffenen kaum Rückenstärkung. Sowohl Strafermittlungs- und Verfolgungsbehörden wie auch kommunale Spitzenvertreter_innen negierten die Beschreibungen der Betroffenen und wiesen diesen eine Mitschuld für die Angriffe zu, denen die Jugendlichen ausgesetzt waren.

In Kooperation mit der regional zuständigen Beratungsstelle für Betroffene rechtsmotivierter und rassistischer Gewalt setzte sich das MBT für die Stärkung der Jugendinitiative ein. Einerseits ging es hierbei um das Finden bzw. die Bestandssicherung eigener Räumlichkeiten für die politische Arbeit der Jugendlichen. Andererseits galt es Gehör und Akzeptanz für die Beschreibung der Jugendlichen zu finden und konkrete Unterstützer_innen zu suchen.

In der Folge der Beratungstätigkeit gründete sich eine Initiative der Eltern der angegriffenen Jugendlichen. Sie bemüht sich seit 2009 darum, mit den Verantwortlichen der Stadtverwaltung in eine Kommunikation auf Augenhöhe zu treten. Das MBT stützt dieses Engagement durch die Begleitung der Eltern in Fragen der Vorgehensweise und Zieldiskussion. Parallel traf sich das MBT mit Vertreter_innen der evangelischen Kirche, politischer Parteien und der Gemeinwesenarbeit in der Stadt.

Aus diesem Kreis entstand Anfang 2010 das „Bunte Bürgerforum für Demokratie“. Es hat sich zur Aufgabe gemacht, dass lokal neonazistische Problemlagen breiter wahrgenommen und dass die Ideologien der Ungleichwertigkeit thematisiert werden.

Dem langen Atem der Jugendlichen, der Eltern und des Bunten Bürgerforums ist es zu verdanken, dass sich eine kritische Sicht in Limbach- Oberfrohna etablieren konnte. Den zahllosen Gesprächen und vielfältigen Aktivitäten gelang es, die problemleugnende Haltung der Stadtspitze aufzuweichen.