> MBT - Regionalbüro Nordwest

Berater_innen:
Franz Hammer und Solvejg Höppner

zuständig in den Landkreisen:
Leipzig, Nordsachsen, Stadt Leipzig, Alt-Landkreis Döbeln

Büroadresse:
Kulturbüro Sachsen e.V. | Mobiles Beratungsteam - Regionalbüro Nordwest | Wurzner Straße 12 | 04315 Leipzig

Tel. 0341 / 25 668 000
Fax 0341 / 25 668 001
Mail: mbt.nordwest@kulturbuero-sachsen.de

FALLBEISPIEL:
Gemeinwesenorientierte Beratung am Beispiel von Thümmlitzwalde

Zwischen 2007 und 2009 beriet und begleitete das Mobile Beratungsteam (MBT) die damalige Gemeinde Thümmlitzwalde. Themen waren

  • die Neukonzeption der Jugendarbeit im Ort und
  • der Umgang mit Aktivitäten der ortsansässigen, jedoch regional und überregional vernetzten Kameradschaft.

Anlass der Beratung war ein vom Verfassungsschutz als „rechtsextrem“ klassifiziertes Konzert in einem selbstverwalteten Jugendklub der Gemeinde. Der Gemeinderat beschloss daraufhin die zunächst vorübergehende Schließung des Jugendklubs. Außerdem wurde das MBT hinzugezogen, um ein Konzept zur Wiedereröffnung des Klubs zu entwickeln. Gemeinsam mit einem eigens gegründeten zeitweiligen Ausschuss für Jugendarbeit, dem neben Mitgliedern des Gemeinderates interessierte Ortschaftsrät_innen und Bürger_innen angehörten, diskutierte das MBT verschiedene Möglichkeiten für die Gestaltung der Jugendarbeit in der Gemeinde.

Im Ergebnis beschloss der Gemeinderat eine Konzeption, die die grundsätzliche Neustrukturierung der Jugendarbeit vorsah. In diesen Prozess wurden die Jugendlichen der Gemeinde aktiv einbezogen. In der Folge gründete sich ein Verein, der zum einen die Arbeit der Grund- und Mittelschule mit einem offenen Angebot im Bereich der Jugendarbeit zusammen führte, zum anderen Träger eines Jugendhauses am Ort wurde.

Parallel analysierte das MBT auf der Basis von themenzentrierten Gesprächen die Situation in der Gemeinde hinsichtlich der Kameradschaftsstruktur und deren Wirken im Ort. Die Gespräche zeigten, dass die Aktivitäten der Kameradschaft in unterschiedlichen Zusammenhängen bereits länger als Problem wahrgenommen wurden. Jedoch fehlte ein geeigneter Ort, an dem die spezifischen Erfahrungen einzelner Menschen diskutiert, analysiert sowie Handlungsoptionen beschrieben werden konnten.

Es gelang über einen längeren Zeitraum im Zeitweiligen Ausschuss für Jugendarbeit und im Gemeinderat über die Thematik zu sprechen, diese damit öffentlich zu machen und einen gemeinsamen Umgang zu finden. Die gewonnenen Erfahrungen und eine erhöhte Sensibilität gegenüber dem Wirken der Kameradschaft flossen in die Überlegungen zur Neugestaltung der Jugendarbeit ein.