08. Mai 2014, Podiumsdiskussion in Dresden:

> Antifaschismus als Feindbild:
Der Prozess gegen den Pfarrer Lothar König

wir möchten Sie herzlich zu folgender Veranstaltung einladen:

Podiumsdiskussion
Wann: Donnerstag, 8. Mai 2014, 19:30 Uhr,
Wo: Gemeindesaal der jüdischen Gemeinde, Hasenberg 1 in 01067 Dresden

mit:
Lea Voigt, Rechtsanwältin, Berlin
Manuel Vogel, Theologe, Uni Jena
Lothar König, Pfarrer, Jena
Andrea Hübler, Kampagne Sachsens Demokratie, Dresden

Moderation: Johannes Lichdi, MdL

Der Jahrestag der Befreiung Europas und Deutschlands von der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft durch die alliierten Streitkräfte veranlasst uns, nach der Notwendigkeit und den Möglichkeiten des Engagements gegen die heutigen Erben des Nationalsozialismus zu fragen. Vielen Beobachter_Innen scheint es inzwischen so, als ob antifaschistisches Engagement mit unkalkuierbaren Risiken einer Verfolgung durch die Staatsmacht bedroht sei. Die Veranstalter_innen wollen anlässlich des 69. Jahrestages der Befreiung mit der Diskussionsveranstaltung „Antifaschismus als Feindbild“ auf die Diskriminierung antifaschistischen Engagements aufmerksam machen.

Im Jahr 2013 eröffnete das Dresdner Amtsgericht ein Verfahren gegen den Jenaer Pfarrer Lothar König, das laut Anklage mit einer mehrjährigen Haftstrafe enden sollte. König wird vorgeworfen, er habe eine Menge zu Gewalttaten gegenüber der Polizei angestachelt. Nach sieben Verhandlungstagen wurde das Verfahren im Juli 2013 ausgesetzt, nachdem zurückgehaltenes Beweismaterial im Prozess auftauchte. Das Verfahren schwebt weiter.

Offenbar wurde gegen Lothar König einseitig ermittelt, um mit ihm eine Leit- und Symbolfigur tätigen Widerstands gegen heutige Nazis zu treffen. Warum werden friedliche Demonstranten kriminalisiert? Welche Folgen hat das für ein bürgerschaftliches Engagement gegen Nazis? Soll vom Scheitern einer verfehlten Polizeieinsatzstrategie am 19, Februar 2011 wie vom Staatsversagen - Stichwort NSU - abgelenkt werden?

Diese und Ihre weiteren Fragen diskutieren mit Ihnen:

Rechtsanwältin Lea Voigt, neben Johannes Eisenberg Verteidigerin von Lothar König, brachte eklatante Fehler der Ermittlungsbehörden ans Licht, die schließlich zur Unterbrechung des Verfahrens am 2.7.2013 führten. Sie ist Mitherausgeberin des Buches, Antifaschismus als Feindbild, 2014.

Prof. Dr. Manuel Vogel, Theologieprofessor an der Uni Jena, wirbt biblisch begründet für ein kritischeres Verhältnis der Kirche zum Staat. Er plädiert dafür, dass sich die Kirche bei gesellschaftlichen Konfliktlagen nicht selbst zum Schweigen und zur Untätigkeit verurteilt. Er ist Mitherausgeber des Buches, Antifaschismus als Feindbild, 2014.

Pfarrer Lothar König, Stadtjugendpfarrer Jena, Angeklagter, schildert seine Sicht der Dinge angesichts der jahrelangen belastenden Ermittlungen.

Andrea Hübler, die Kampagne Sachsens Demokratie informiert über undemokratische Zustände in Sachsen, thematisiert Rechtsbeugungen und Eingriffe in die Bürgerrechte durch Ermittlungsbehörden, Demokratiedefizite der Landesregierung und ihrer Behörden, sowie Überwachung und Kontrolle von kritischer Zivilgesellschaft.

Der Moderator Johannes Lichdi ist Mitglied des Sächsischen Landtags und engagiert sich seit Jahren rund um den 13. Februar. Am 8.April 2014 hat ihn das Amtsgericht Dresden wegen "Störung einer Versammlung" am 19.2.2011 verurteilt, weil er mit Hunderten Anderen die Kreuzung Löfflerstraße / Reichenbachstraße besetzt hatte.

Über ihr Interesse würden wir uns sehr freuen.

Veranstalter:
Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus

und das Kulturbüro Sachsen e.V.

mit freundlicher Unterstützung des Lazar-Lichdi-Fonds


Organisatorischer Hinweis:
Die Veranstalter behalten sich vor, Personen die rechtsextremistischen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremistischen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von diese auszuschließen.