Glossar
Coaching bedeutet eine personenorientierte Frderung von Menschen in ihrer professionellen Rolle bezogen auf ihr konkretes Aufgaben- und Arbeitsfeld; es ist eine Verbindung prozessbegleitender Beratung, ergebnisorientierter Untersttzung, zielorientierter Anleitung und handlungsorientiertem Training. Das basale Ziel ist die Frderung beruflicher Selbstgestaltungspotenziale, der Selbstregulierungsfhigkeit und des Selbstmanagements. Coaching erarbeitet mit lokalen Akteuren (Coachee) den von ihnen gewnschten Zustand. Der Coach ist dabei Begleiter, Helfer und Untersttzer im Prozess, um das anvisierte Ziel zu erzielen. Er ist verantwortlich fr den Prozess, er bietet adquate Methoden zur Bearbeitung an, er sorgt fr eine angstfreie Atmosphre, er bietet Sicherheit und Vertrauen und er unterbreitet Lsungsstrategien. Wie bei anderen Beratungsanstzen gilt im Coaching, dass der Klient das Coaching freiwillig in Anspruch nehmen soll.
(nach: Pallasch / Simon: Professionelles Coaching im Schulbereich. Journal fr Schulentwicklung, 1/2003)
Community kann im Deutschen kaum wrtlich bersetzt werden. Es bedeutet Gemeinschaft, aber auch Gemeinde. Laut John Dewey ist die Community die soziale Einheit, in der Menschen ihre Angelegenheiten ber persnliche Kommunikation regeln. Der am meisten zutreffende Begriff ist wahrscheinlich "Gemeinde". Umschrieben bedeutet Community die Gemeinschaft aller an einer Schule Beteiligten, das kann auch Partner der Schule miteinschlieen.
Die Demokratie ist eine Lebens- und Staatsform, die von der Gleichwertigkeit und Freiheit aller Brger ausgeht und daraus die Forderung ableitet, dass nach dem Willen des Volkes regiert wird. Die Demokratie im herkmmlichen Sinne wird durch das Vorhandensein einer Verfassung gekennzeichnet, die auf der Verteilung der 3 Hauptaufgaben staatlicher Machtausbung (Gesetzgebung = Legislative, Regierung = Exekutive, Rechtssprechung = Judikative) auf voneinander unabhngigen Organen beruht (Gewaltenteilung), die die Grundrechte gewhrleistet und das allgemeine, gleiche, freie und geheime Wahlrecht sichert. Das Volk als eigentlicher Trger der Staatsgewalt (Volkssouvernitt) ist berufen, seinen Willen in Mehrheitsentscheidungen kundzutun, entweder unmittelbar (unmittelbare Demokratie) oder durch Wahl von Vertretern zur Volksvertretung (mittelbare, reprsentative Demokratie) Die Volksvertretung beschliet die Gesetze und ist in den meisten Staaten an der Bildung der Regierung beteiligt (parlamentarische Demokratie). In vielen Staaten ist das Volk auch zum unmittelbaren Volksentscheid aufgerufen, in einigen Staaten whlt es den Regierungschef auf eine bestimmte Zeit (Prsidial-Demokratie) An der politischen Willensbildung in der reprsentativen Demokratie haben die Parteien Anteil, besonders bei Wahlen und Regierungsbildung. Voraussetzung freiheitlicher Demokratien ist, dass die Minderheitsparteien als Opposition unbehindert zu Wort kommen und dass ein Regierungswechsel mit friedlichen Mitteln gesichert ist. Da Demokratie Gleichheit vor dem Gesetz verbrgt, ist der demokratische Staat ein Rechtsstaat.
(zitiert nach: www.civic-s.de)
Demokratische Kultur bedeutet die Anerkennung der Wrde und Freiheit jedes Menschen kraft seines Menschseins. Die Anerkennung der wrde des Mitmenschen ist zugleich die Voraussetzung dafr, dass ich mich selbst als Wesen mit Wrde begreifen kann. Aus der Gleichheit der Menschen folgt der Anspruch in gleicher Weise an der Steuerung der gesell. Verhltnisse teilzunehmen. Das demokratische Menschenbild geht zudem von der grundstzlichen Freiheit des einzelnen aus. Beschrnkungen der Freiheit sind stets legitimationsbedrftig. Die Freiheit des einzelnen erweist sich schlielich als notwendiges Prinzip zur Lsung individueller und gesellschaftlicher Probleme. Demokratische Kultur zielt somit auf die Entwicklung der Gesellschaft unter Einbeziehung aller gesellschaftlichen Gruppen auf der Grundlage des demokratischen Menschenbildes. Eine solche politische Kultur der Beteiligung und des Dialoges ist nur mittels breiter Information und Transparenz von Entscheidungsstrukturen mglich. Demokratische Kultur hat dort Grenzen, wo universelle Menschenrechte nicht anerkannt, wo rassistische oder vlkische Wertevorstellungen offen propagiert werden.
Empowerment bedeutet, die Eigenverantwortlichkeit von Brgerinnen und Brgern zu ermglichen, zu frdern und zu fordern. Fr Fhrungskrfte und MultiplikatorInnen bedeutet es, Verantwortung abzugeben, um Eigenverantwortung zuzulassen. Die Idee hinter dem Konzept des Empowerments ist, dass Menschen, die Verantwortung tragen, motivierter und leistungsbereiter sind. Sie knnen in ihrem Wirkungsbereich selbst entscheiden, entwickeln eigene Ideen und Konzepte und knnen diese auch umsetzen.
Kommunalberatung (Community Coaching) basiert auf dem Prinzip der Ermchtigung (Empowerment); es ist ein ressourcenorientierter Ansatz, der die Akteure vor Ort strkt und zur konstruktiven und demokratischen Vernderung ihres Gemeinwesens befhigt. Mobile Beratung kann keine fertigen Konzepte mitbringen aber sie entwickelt, ausgehend von den Erfahrungen und Ressourcen lokaler Bndnispartner und mit ihnen zusammen ortsbezogene Handlungs- und Vernderungskonzepte.
"Arbeit fr demokratische Kultur ist Arbeit gegen Rechtsextremismus." (kulturorientierter Ansatz der mobilen Beratung): Die MBT erarbeiten mit lokalen Akteuren Methoden und Projektinhalte, die praxisorientiert Demokratische Alltagskultur entwickeln helfen. Der Gehalt demokratischer Kultur kann nur im Alltagshandeln selbst erfahren und gemessen werden. Deshalb frdert mobile Beratung soziale und kulturelle Projekte im lokalen Raum.
Echtes Mitgefhl angesichts des Leidens wird als Empathie bezeichnet, die zu ausgedehnterem und intensiverem Engagement fr die Lage anderer fhren. Notwendig fr Hilfeleistung sind eine eindeutige Wahrnehmung der Hilfsbedrftigkeit des anderen und die Entscheidung, dass die Situation so drngend ist, dass umgehend Hilfe geleistet werden muss. Darber hinaus sind Schlussfolgerungen ber die Angemessenheit des Eingreifens erforderlich. Keine Hilfeleistung wird hingegen ausgelst, wenn das Individuum sich nicht persnlich verantwortlich fhlt, Beistand zu leisten.
(nach: Zimbardo: Psychologie. Heidelberg: Springer, 1992)
Projekt bedeutet allgemein Plan, Entwurf, Vorhaben. Von Dewey und Kilpatrick wurde der Projektbegriff erweitert. Kilpatrick differenzierte zwischen Gestaltungsprojekt, Lernprojekt, Problemprojekt und Vergngungsprojekt.
Toleranz bezeichnet die Verhaltensweise eines Individuums, eine von der eigenen Meinung abweichende oder ihr widersprechende Meinung zu dulden, insbesondere den Andersdenkenden nicht seiner berzeugung wegen zu diffamieren oder zu bekmpfen. Toleranz schliet jedoch die Konfrontation von Meinungen und die humane Auseinandersetzung um der Wahrheit bzw. der Realittsverbesserung willen nicht aus. Theorien der Ungleichwertigkeit von Menschen (Rassismus/Antisemi-tismus/Ethnopluralismus) sind in sich intolerant und knnen nicht durch Toleranz beantwortet werden.
(nach: Kck / Ott: Wrterbuch fr Erziehung und Unterricht. Donauwrth, 2002)
Zivilgesellschaft ist eine gesellschaftliche und politische Ordnung, in der zwischen Brger und Regierung Institutionen treten, die zugleich Rechte schtzen und Interessen authentisch vermitteln; ein durch gesicherte Mitsprache- und Mitwirkungsrechte der Brger festgelegter ffentlicher Bereich, in dem gesellschaftliche Interessen sich in staatsunabhngigen Assoziationen frei organisieren und artikulieren knnen, und eine Politik, deren Funktion und Reichweite im Unterschied zur tendenziellen Totalpolitisierung autoritrer oder totalitrer Regime auf einen abgegrenzten ffentlichen Bereich unter Wahrung weitgehender Autonomie des Gesellschaftlichen und des Privaten beschrnkt ist.
Rechtsextremismus
Der Rechtsextremismus ist im wesentlichen "von den folgenden Ideologiekonstruktionen getragen: vlkischer Nationalismus, Antiliberalismus, Antiparlamentarismus, Homogenittsbestrebungen, Freund-Feind-Unterscheidung, berbetonung der Gemeinschaft (Volksgemeinschaft), autoritrer Staat mit elitren Strukturen, antiindividualistische Kollektivorientierung, Missachtung der universalen Brger- und Menschenrechte und Kampf gegen das Gleicheitspostulat."
Diesem Minimalkonsens ist darber hinaus der Rassismus als "ideologischer Kernbestandteil" des Rechtsextremismus beizufgen.
Rechtsextrem nennen wir Bestrebungen, Personen und Organisationen, die - meist unter Androhung und Anwendung von Gewalt - versuchen, demokratische Grundrechte einzuschrnken bzw. abzuschaffen. In der Regel werden sozial Benachteiligte, sich aufgrund phnotypischer Merkmale (Hautfarbe, Krperbau, Haarbeschaffenheit), Herkunft, weltanschaulichen, religisen oder sexuellen Orientierungen unterscheidende, von der "Standardnorm" abweichende Minderheiten konstruiert, ausgegrenzt, im Extremfall ausgerottet.
Damit werden jene Krfte bekmpft, die sich fr gesellschaftliche Emanzipation, demokratische Partizipation und pluralistische Integration einsetzen.
Mehr unter z. B. www.bpb.de oder in Butterwegge, Ch.: Rechtsextremismus, Freiburg i. Br./Basel/Wien: Herder 2002.
Rechtsextreme (Sub-)Kultur und organisierte Kader
Mit "organisierte Rechtsextremisten" werden Personenkreise bezeichnet, die den Entwurf und die Vermittlung von Ideologien und Strategien leisten. Diese sind ihrerseits wertlos, wenn sie sich nicht der (Sub-)Kultur als Multiplikator bedienen knnen. Ein Einbruch neo-nationalsozialistischer Ideologie in die Kultur, wie beispielsweise von der NPD und den Jungen Nationaldemokraten (JN) in Ostdeutschland vollzogen, bedeutet, dass sich das Politische und das Kulturelle direkt beeinflussen. Das erleichtert die bernahme ideologischer Grundlagen und strategischer Konzepte besonders bei Jugendlichen. Rechtsextreme Wertevorstellungen werden so ber den Parteirahmen in die infiltrierten Kulturbereiche und dar-ber hinaus weiter in die Gesellschaft hineingetragen.
Rassismus
Kernbestandteil rechtsextremer Ideologie, die Menschen in verschiedene biologische oder kulturelle Gruppen einteilt. Damit ist eine Zuschreibung bestimmter Merkmale, Fertigkeiten und Wertigkeiten verbunden, innerhalb derer der eigenen Gruppe eine Hherwertigkeit zugesprochen wird.
Generell wird im Rassismus die Gltigkeit universaler Menschenrechte bestritten, da Menschen nicht als Individuen mit persnlichen Anlagen und Begabungen gelten, sondern lediglich als Mitglieder einer "Rasse" oder Kultur.
"Der Begriff Rasse ist ein soziales Produkt, dem eine biologische Realitt unterstellt wird, die nachtrglich wiederum zur Rechtfertigung sozialer hierarchischer Verhltnisse herangezogen wird."
Dementsprechend wird auch die Vorstellung von einer Menschheit abgelehnt und die Existenz einer allgemeinen Menschenwrde generell bestritten. Vielmehr gilt das Gleichheitsprinzip als Versto gegen die angeblich biologisch festgelegte Ungleichheit des Menschen.
Toleranz
Toleranz bezeichnet die Verhaltensweise eines Individuums, eine von der eigene Meinung abweichende oder ihr widersprechende Meinung zu dulden, insbesondere den Andersdenkenden nicht seiner berzeugung wegen zu diffamieren oder zu bekmpfen. Toleranz schliet jedoch die Konfrontation von Meinungen und die humane Auseinandersetzung um der Wahrheit bzw. der Realittsverbesserung willen nicht aus.
(nach: Kck / Ott: Wrterbuch fr Erziehung und Unterricht. Donauwrth, 2002).
Ethnozentrismus beschreibt eine Haltung, die andere ethnische Gruppen fr minderwertig gegenber der eigenen hlt, ihre Lebensformen und Handlungsweisen jedoch nicht als natrliche, genetisch festgelegte Folgen der Abstammung, sondern als unter gewissen Bedingungen vernderbar betrachtet.
Die Menschheit wird als Kosmos permanent miteinander konkurrierender Ethnien (Nationen) begriffen, wobei die eigene Nation im Mittelpunkt steht und den Mastab fr alle brigen bildet. Ethnozentrismus' ist hufig die euphemistische Umschreibung rassistischer Ideologie und wird insbesondere von VertreterInnen der Neuen Rechten' in Frankreich und Deutschland benutzt. Er grenzt sich zwar vom Rassismus ab, "ist aber gleichwohl gewaltttig in seiner Abwertung und Intoleranz gegenber allem, das nicht seinen Normen, Werten, Denk- und Verhaltensmustern entspricht."
Ethnopluralismus geht von biologisch trennbaren Vlkern aus, die das Recht auf eine eigenstndige Entwicklung haben. Werden die Vlker jedoch vermischt, erkennen jene "Ethnopluralisten" den scheinbar natrlichen Drang zur Verteidigung des eigenen Territoriums. Die Erklrung hierfr wird von sog. Soziobiologen (z.B. I. Eibl-Eibesfeldt) geliefert, die rein rassistische Theorien des Sozialdarwinismus weiterentwickelt haben. Ihrer Auffassung nach fhrt die Vermischung einer multi-ethnischen Gesellschaft zu einem Ausstieg des Volkes aus der Evolution. berleben bedeutet hier genetisches berleben.
Wohlstandschauvinismus
Mit der sich stetig verschrfenden Konkurrenz unter den Lohnabhngigen greift eine radikale Leistungsideologie um sich. Im Zusammenhang mit dieser Leistungsideologie entwickelt sich auch eine Orientierung, die eine Tbinger Forschergruppe als "Wohlstandschauvinismus" bezeichnet hat.(vgl. DGB Bildungswerk Thringen, 1999, S. 22)
Aus der dominierenden konomischen Stellung Deutschlands wird ein kultureller und persnlicher Vormachtanspruch abgeleitet. Andere Kulturen, die konomisch weniger "leistungsstark" sind, werden abgewertet. zugleich mssen die VertreterInnen dieser Ideologie frchten, dem verinnerlichten Leis-tungsdruck einmal selbst nicht mehr stand zu halten; die diffuse Angst vor Statusverlust mndet in ein Bedrohungsgefhl gegenber MigrantInnen und die Bereitschaft zu deren Ausgrenzung.





















