> Tagung: Alles im weißen Bereich? Institutioneller Rassismus in Sachsen

Freitag, 7. Februar 2014
9:30 bis 17 Uhr
Deutsches Hygiene-Museum Dresden

Rassismus in seinen unterschiedlichsten Ausprägungen gefährdet das friedliche Zusammenleben in demokratischen Gesellschaften. Auf individueller Ebene führt er zur Diskriminierung, Ausgrenzung, Bedrohung und Gewalt gegen die Betroffenen. Nicht erst seit der Selbstaufdeckung der terroristischen Vereinigung «Nationalsozialistischer Untergrund» (NSU) gewinnt auch der Begriff des «institutionellen Rassismus» in Deutschland zunehmend an Bedeutung. Die Versäumnisse von Verfassungsschutz und Polizei bei den Ermittlungen im Falle des NSU lassen auf strukturelle Blindheit von Institutionen gegenüber rassistischen Motiven bei Straftaten schließen.

Aber auch in anderen Organisationen und Institutionen findet sich Rassismus. Wir wollen institutionellen Rassismus genauer untersuchen und Wege zu seiner Überwindung zeigen. Wir werden zunächst «institutionellen Rassismus» in seinen theoretisch-begrifflichen und praktischen Dimensionen sowie seine Relevanz für ein demokratisches Gemeinwesen und eine demokratische Gesellschaft beleuchten. In Workshops werden wir konkrete Beispiele zusammentragen, Gründe, Strukturen und Akteurinnen und Akteure benennen und Strategien zur Bewältigung von institutionellem Rassismus erarbeiten.

Mit der Tagung setzen das Kulturbüro Sachsen und Weiterdenken ihre Reihe zu Fragen von demokratischer Kultur in Sachsen fort.

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Workshop 1
"Heute geschlossene Veranstaltung"
Zum Umgang mit rassistischen Einlasspraxen in Clubs und Diskotheken
mit Iris Fischer-Bach und Daniel Bartel, Antidiskriminierungsbüro Sachsen

Workshop 2
Rassismus im Ort
Politik und Ermittlungsbehörden - Das Beispiel Mügeln
mit Friedemann Affolderbach, Goethe-Universität Frankfurt/Main; Solvejg Höppner, Kulturbüro Sachsen e. V. – Mobiles Beratungsteam; Dr. Britta Schellenberg, Centrum für angewandte Politikforschung an der LMU München

Workshop 3
Besetzte Stellen
Rassistische Diskriminierung in Arbeit und Ausbildung
mit Rudaba Badakhshi, Stadt Leipzig, Referat für Migration und Integration; Swetlana Kreismann, Ausländerrat Dresden; Andreas Hieronymus, Institut für Migrations- und Rassismusforschung Hamburg (angefragt)

Workshop 4
Racial Profiling
Zwischen gesellschaftlicher Realität und antirassistischen Handlungsoptionen
mit Kampagne für Opfer rassistisch motivierter Polizeigewalt Dresden; Martin Herrnkind, Amnesty International, Themenkoordinationsgruppe Polizei und Menschenrechte


Veranstalter

Eine Tagung von Weiterdenken – Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen, dem Kulturbüro Sachsen e.V., dem Antidiskriminierungsbüro Sachsen e.V., dem Forum Kritische Rechtsextremismusforschung Leipzig, dem Flüchtlingsrat Sachsen, dem Integrationsnetzwerk Sachsen, dem Sächsischen Migrantenbeirat, dem Ausländerrat Dresden e.V., der Amadeu Antonio Stiftung, dem Theater La Lune und dem Deutschen Hygiene-Museum Dresden.

Anmeldung
Die Zahl der Teilnehmer_innen ist begrenzt. Wir möchten Sie bitten, sich zu dieser Tagung bis spätestens 30.01.2014 anzumelden, am einfachsten per eMail an anmeldung@weiterdenken.de oder bei Weiterdenken - Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen e.V., Tel. 0351 - 49 43 311 / fax 0351 - 49 43 411
Wir senden Ihnen nach Anmeldeschluss eine Bestätigung zu.

Kinderbetreuung
Bei Bedarf an Kinderbetreuung teilen Sie uns bitte mit der Anmeldung mit, wie alt das Kind ist/ die Kinder sind. Die Betreuung wird vor Ort organisiert sein.

Dokumentation
Eine Dokumentation der Veranstaltung mit Beiträgen der Gäste und weiteren Fachleuten wird voraussichtlich im Sommer 2014 auf den Internetseiten der veranstaltenden Einrichtungen veröffentlicht. Eine gedruckte Ausgabe ist ebenfalls geplant.

Barrierefreiheit
Saal, Workshopräume und Toiletten sind barrierefrei zu erreichen.
Wenn weitere Unterstützung wie Gebärdensprachdolmetschung benötigt wird, bitten wir um Anmeldung mindestens eine Woche vor der jeweiligen Veranstaltung unter 0351 - 49 43 311 oder anmeldung@weiterdenken.de.

Hinweis
Ausgeschlossen von der Veranstaltung sind Personen, die neonazistischen Organisationen angehören, der neonazistischen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige Menschen verachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind. Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und diesen Personen den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder sie von dieser zu verweisen.