AKTUELL

Presseinformation des Kulturbüro Sachsen e.V. vom 24. Juli 2014:

> Antisemitismus auch in Sachsen entgegentreten


Mit Besorgnis nimmt das Kulturbüro Sachsen e.V. die Zunahme antisemitischer Vorfälle in Europa und auch in Sachsen in den letzten Wochen zur Kenntnis. Grit Hanneforth, Geschäftsführerin des Kulturbüro Sachsen e.V. dazu: „Wir solidarisieren uns ausdrücklich mit Menschen und Organisationen, die von diesen antisemitischen Diskriminierungen und Angriffen betroffen sind.“

„Ob getarnt als Friedensdemonstration, die einseitig Israel als Feindbild ausmacht, ob als Verschwörungstheorie auf den sogenannten Montagsdemonstrationen oder in Form von Gewalt oder Schmiereien – Antisemitismus darf in der deutschen Gesellschaft nicht wieder unwidersprochen bleiben.“ so Hanneforth weiter.

In Leipzig kam es am letzten Wochenende zu antisemitischen Hasstiraden am Rande einer Demonstration. Rund 100 Menschen zogen mit Parolen wie „Kindermörder Israel“ durch die Stadt. Einzelne skandierten „Scheiß Juden“. In Dresden kam es Anfang Juli zu Schmiereien an der Neuen Synagoge. Für kommenden Dienstag wird im Internet zu einer Demonstration in Dresden aufgerufen: Der Anmelder der dazugehörigen Facebook-Gruppe teilt auf seinem Account Propagandavideos der islamistischen Terrororganisation Isis und positioniert sich antisemitisch.

Grit Hanneforth meint: „Es ist wichtig sich gerade in solchen schwierigen Zeiten klar und deutlich gegen Antisemitismus zu positionieren und sich auf die Seite der jüdischen Menschen in unserem Land zu stellen. Wir fordern darüber hinaus staatliche Stellen auf, ihre Bemühungen zum Schutz derjenigen, die angefeindet oder angegriffen werden zu intensivierten und antisemitische Straftaten konsequent zu verfolgen.“

Kontakt für Rückfragen:
Kulturbüro Sachsen e.V.
Michael Nattke

Telefon: 0172 - 200 37 27
Fax: 0351-563 40 898
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

> Netzwerk Antidiskriminierungskultur in Sachsen veröffentlicht Wahlprüfsteine


Am 23. Juli 2014 hat das Netzwerk für Antidiskriminierungskultur in Sachsen (NADIS) Wahlprüfsteine zum Thema Antidiskriminierungspolitik in Sachsen veröffentlicht. Das Kulturbüro Sachsen e.V. ist eines der Mitglieder des NADIS, dem darüber hinaus u.a. das Antidiskriminierungsbüro Leipzig, der Gerede e.V., die Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe Sachsen, der Sächsische Migrantenbeirat und der Verband binationaler Familien und Partnerschaften angehören.

Die Mitgliedsorganisationen des NADIS arbeiten in unterschiedlichen Arbeitsfeldern schwerpunktmäßig zu den Themen Behinderung, Migration, Rassismus, sexuelle Identität, Gender, Lebensalter, Religion/Weltanschauung und Demokratieentwicklung. Sie betrachten Diskriminierung als eine problematische gesellschaftliche Realität und haben beschlossen, im Rahmen eines merkmalsübergreifenden, horizontalen Netzwerkes zusammenzuarbeiten. Ihr gemeinsames Ziel ist die Etablierung einer gelebten Antidiskriminierungskultur in Sachsen.

Wahlprüfsteine

> Das Projekt „Werkstatt Junge Demokratie“ des Kulturbüro Sachsen e.V. erhält Hermine Albers Anerkennungspreis der Arbeitsgemeinschaft Kinder und Jugendhilfe (AGJ).

 
Am 3. Juni fand im Rahmen des Deutschen Kinder- und Jugendhilfetags "24/7 Kinder- und Jugendhilfe. viel wert. gerecht. wirkungsvoll." in Berlin die Preisverleihung des Hermine Albers Preises statt.

Während der sehr interessanten bis kurzweiligen Veranstaltung erhielt das Projekt „Werkstatt Junge Demokratie“ des Kulturbüro Sachsen e.V. den Anerkennungspreis in der Kategorie Praxispreis der Kinder- und Jugendhilfe. Die Laudatio hielt Ulrike Werthmanns-Reppekus, Vorsitzende der Jury zur Vergabe des Kinder – und Jugendhilfepreises 2014, die das Projekt „Werkstatt junge Demokratie“ - zum Empowerment von menschenrechtsorientierten Jugendlichen im ländlichen Raum Sachsens - als sehr wertvollen Ansatz beschrieb.

Im Anschluss überreichte die Rheinland-Pfälzischen Integrationsministerin Irene Alt, der Vorsitzende der Jugend- und Familienministerkonferenz sowie Martina Rheinhardt, stellv. Vorsitzen des Vorstandes der AGJ, den Preis.
Unser, während der Preisverleihung postulierter Paradigmenwechsel in der Jugendsozialarbeit - weg vom defizit- hin zum ressourcenorientierten Ansatz als Kernidee der „Werkstatt junge Demokratie“, wurde mit viel Applaus und positiven Rückmeldungen honoriert.

Die zahlreichen Gespräche beim abschließenden Empfang mit den anderen Preisträgern, der Jury und dem Laudator motivierten uns, diese Kernidee mit den menschenrechtsorientierten Jugendlichen weiter zu entwickeln.

Wir freuen uns sehr über den Hermine Albers Anerkennungspreis und danken hiermit nochmals ganz besonders Aktion Mensch, der PARITÄT Sachsen, der Amadeu-Antonio-Stiftung, der Sebastian-Cobler-Stiftung, dem Fonds Soziokultur und allen anderen, die finanziell und ideell das Projekt „Werkstatt junge Demokratie“, das 2013 regulär endet, unterstützt haben.

3. Juni 2014: Kulturbüro Sachen erhält Hermine Albers Preis
Irene Alt (links), Preisträger_innen, Ulrike Werthmann-Reppekus (2.v. rechts), Martina Rheinhardt (rechts)

Hermine Albers Preisträger_innen
Selfi Kulturbüro Sachsen e.V. auf der Preisverleihung Hermine – Albers – Preis

 

19. Juni 2014:
Podiumsdiskussion zur Situation der Asylbewerber_innen in Sachsen

Welcome to Saxony


Wir möchten herzlich zu folgender Veranstaltung einladen:

Podiumsdiskussion
Wann: Donnerstag, 19. Juni 2014, 19:00 Uhr,
Wo: Hygienemuseum Dresden, Lingnerplatz 1, 01069 Dresden

Angefragt sind:
Asylbewerber aus Dresden, Bon Courage e. V. Borna, AG Asylsuchende Sächsische Schweiz, Moderation: Sächsischer Flüchtlingsrat



Seit Monaten regt sich nicht nur in Sachsen rassistischer Protest gegen die Einrichtung neuer Heime für Asylbewerber_innen. Auf der Bundesebene wird die Asylgesetzgebung weiter verschärft. Bei vielen Menschen herrscht darüber hinaus Unklarheit über die Lebensbedingungen von Flüchtlingen und Asylsuchenden. Es gibt jedoch auch Initiativen, die schon seit Jahren mit den Flüchtlingen zusammenarbeiten. Einige dieser Gruppen und die Asylbewerber_innen selbst haben wir zu einem Diskussionsabend eingeladen. Aus unterschiedlichen Perspektiven wollen wir mit ihnen über ihre Situation sprechen und darüber diskutieren, welche Unterstützung sie brauchen und wie sie selbst ihre Interessen vertreten können.

Eine Veranstaltung des Deutschen Hygiene Museums in Kooperation mit dem Kulturbüro Sachsen e. V. und dem Lehrstuhl für Politische Theorie und Ideengeschichte der Technischen Universität Dresden.

Über ihr Interesse würden wir uns sehr freuen.


Organisatorischer Hinweis:
Die Veranstalter behalten sich vor, Personen die rechtsextremistischen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremistischen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von diese auszuschließen.

> Abschlussveranstaltung am 14. Mai in Limbach-Oberfrohna setzt (vorläufigen) Endpunkt unter erfolgreiche Fortbildungsreihe „Pädagogisch kompetent? Mit ‚rechten’ Jugendlichen?“

Nach mehr als 8 Monaten ging am 14. Mai die Fortbildungsreihe „Pädagogisch kompetent? Mit ‚rechten’ Jugendlichen?“ in Limbach-Oberfrohna zu Ende. Im Jugendhaus „Area 23“ Rußdorf wurden die Zertifikate von John Kastning (Leiter der Abteilung Inneres der Botschaft der USA) und Grit Hanneforth (Geschäftsführerin des Kulturbüro Sachsen e.V.) feierlich übergeben.


Seit September 2013 führte das von Aktion Mensch geförderte Projekt „Werkstatt Junge Demokratie“ des Kulturbüro Sachsen e.V. diese Fortbildungsreihe durch. Die Veranstaltungen richteten sich an Sozialpädagog_innen die mit Jugendlichen arbeiten und hatten zum Ziel, Wissen zum Thema zu vermitteln und über Grenzen und Möglichkeiten der Jugendsozialarbeit im Spannungsfeld Neonazismus ins Gespräch zu kommen.
Die jeweils einen Tag dauernden Workshops beinhalteten unter anderem Informationen über Ungleichwertigkeitsvorstellungen in der Gesamtbevölkerung und über neonazistische Strukturen im Raum Mittel- und Westsachsen, die Kritik des Ansatzes der akzeptierenden Jugendarbeit mit rechten Jugendlichen, Vorstellung und Diskussion des Empowerment von menschenrechtsorientierten Jugendlichen und der Gemeinwesenarbeit sowie eine Betrachtung der Grenzen der Sozialen Arbeit.
Nachdem die Fortbildungsreihe im Herbst 2013 im Esche-Museum in Limbach-Oberfrohna begonnen und später an verschiedenen Veranstaltungsorten in der Region fortgesetzt wurde, verabschiedeten wir die Teilnehmenden Jugendsozialarbeiter_innen aus den Landkreisen Mittelsachsen, Zwickau und Nordsachsen und aus der Stadt Chemnitz letzte Woche wiederum in Limbach-Oberfrohna. Vor der feierlichen Zertifikatsübergabe traf sich der Leiter der Abteilung für Innere Angelegenheiten der US Botschaft in Berlin John Kastning mit Engagierten der Sozialen und politischen Bildungsvereinigung Limbach-Oberfohna e.V. und dem Bunten Bürgerforum, um über die Situation in Stadt und Region und ihre Aktivitäten zu sprechen. Die Mitglieder der beiden Initiativen die sich für Demokratie und Menschenrechte einsetzen waren später auch Gäste des abschließenden Vortrages zum Terrornetzwerk NSU in Sachsen der Fortbildungsreihe.

Die Fortbildung wurde mit Unterstützung von Aktion Mensch, der U.S. Botschaft in Berlin und der Sebastian Cobler Stiftung durchgeführt und hat unter anderem die Gründung eines Facharbeitskreises, der sich mit menschenrechtsorientierter Jugendarbeit beschäftigt, zum Ergebnis.

Die Mitarbeiter_innen des Kulturbüro Sachsen e.V. freuen sich über die erfolgreichen Veranstaltungen und bedanken sich bei allen finanziellen und ideellen Unterstützer_innen.

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