AKTUELL

> Pegida – ein rassistischer Resonanzraum

Einschätzung des Kulturbüro Sachsen, Presseinformation vom 13.12.2014

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

das Kulturbüro Sachsen e.V. veröffentlicht hiermit eine Einschätzung zur derzeitigen Auseinandersetzung mit der Vereinigung „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Pegida).
 
Die Einschätzung des Kulturbüro Sachsen e.V. (mit Zusammenfassung) steht in diesem .PDF (344 KB) zum Download zur Verfügung.
 
Grit Hanneforth, Geschäftsführerin des Kulturbüro Sachsen e.V. sagt dazu: „Jede Woche engagieren sich tausende Menschen in der Bundesrepublik ehrenamtlich, um die Lebensbedingungen für Asylsuchende zu verbessern. Würde man alle diese Menschen in Dresden versammeln, dann wäre auf den Straßen kein Platz mehr für Pegida. Nur weil Pegida laut und derzeit sichtbar ist, sind sie nicht die gesellschaftliche Mehrheit.“

Das Kulturbüro Sachsen e.V. kritisiert, dass den Betroffenen von Rassismus, den Asylsuchenden, Geflüchteten und den vielen Menschen, die sich in Willkommensbündnissen engagierten, öffentlich zu wenig Gespräch angeboten wird. Hanneforth weiter: „Den Focus alleine auf die chauvinistischen Vereinigung Pegida zu richten, stellt die Perspektive Geflüchteter, Asylsuchenden und zahlloser Engagierter in den Schatten. Diese müssen öffentlich sichtbarer werden. Dadurch werden die Populisten in Pegida an ihren Platz verwiesen.“

„Das Kulturbüro Sachsen e.V. wird weiterhin gemeinsam mit anderen demokratischen und menschenrechtsorientierten Kräften dazu aufrufen dem rassistischen Resonanzraum, den Pegida eröffnet hat, den Boden zu entziehen und sich für Asylsuchende einzusetzen,“ sagt Hanneforth

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Grit Hanneforth

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Kulturbüro Sachsen e.V.
Bautzner Straße 45
01099 Dresden

buero[ät]kulturbuero-sachsen.de

> Politische Bildungsreihe für "Neue Deutsche"

Das Kulturbüro Sachsen e.V. veranstaltet in Zusammenarbeit mit dem Sächsischen Flüchtlingsrat und der Landesarbeitsgemeinschaft politisch-kulturelle Bildung Sachsen e.V. (pokubi) eine Seminarreihe, welche sich in erster Linie an Menschen mit Migrationshintergrund richtet.

Das erste Seminar mit den Thema "Flucht und Asyl in Sachsen" findet bereits am 18. Dezember 2014 statt.

Bitte melden sie sich bis spätestens eine Woche vor dem jeweiligen Seminar über das Kulturbüro Sachsen e.V. an! (Email: mbt.mitte-ost(at)kulturbuero-sachsen.de oder Telefon: 03501-582289)

Die Teilnahme an den Seminaren ist kostenlos. Fahrtkosten werden erstattet.

Um das Faltblatt als .PDF zu downlaoden bitte auf das Bild klicken.

> Forschungsarbeit "Antiziganismus und Schuldabwehr"

Am 26.11.2014 präsentierte die Politikwissenschaftlerin Hannah Eitel im Rahmen einer Veranstaltung des Kulturbüro Sachsen e.V. in Dresden die
Ergebnisse ihrer Forschungsarbeit "Antiziganismus und Schuldabwehr". Die Abwehr der Schuld in der deutschen Auseinandersetzung mit der Shoa ist nur
allzu bekannt. Demgegenüber scheint bezüglich der Vernichtung der Sintezze und Romnija im Nationalsozialismus das Schuldgefühl ganz und gar zu fehlen.
Hannah Eitel hat die Frage gestellt, ob es äqivalent zu einem in der Kritischen Theorie entwicklten Begriff des Schuldabwehr-Antisemitismus, auch
einen "Schuldabwehr-Antiziganismus" gibt. Die Ergebnisse ihrer Arbeit können ab sofort nachgelesen werden und sind im Download-Bereich auf der Homepage
des Kulturbüro Sachsen e.V. abrufbar.

Link zum Download: Antiziganismus und Schuldabwehr (.PDF, 650 KB)

Kontakt zur Autorin: hannah.eitel[ät]mailbox.tu-dresden.de

> Initiativenkonferenz „Asyl in Sachsen“ 2014 - ein Rückblick


Die Konferenz am 8. November 2014 mit 210 Teilnehmer_innen stärkte die Vernetzung vieler Engagierter.

 

Zum dritten Mal fand die Tagung „Asyl in Sachsen“ statt. Anliegen war und ist die Vernetzung von Menschen und Initiativen, die sich in Sachsen für geflüchtete Menschen engagieren. In diesem Jahr nahmen mehr als 210 Personen teil.

Pfarrerin Dietlind Jochims beleuchtete in ihrem Vortrag strukturellen Rassismus in bundesdeutschen Verwaltungen. Aus ihren Erfahrungen der Selbstorganisation von Flüchtlingen berichtete die Aktivistin der Gruppe „Women in Exile“ Damarice Okore. Zuletzt protestierte „Women in Exile“ mit einer Bootstour gegen die teilweise katastrophalen Bedingungen für geflüchtete Menschen in Gemeinschaftsunterkünften. Petra Schickert  vom Kulturbüro Sachsen e. V. lenkte den Blick auf die Möglichkeiten der Unterstützung für Flüchtlinge durch lokale Initiativen.

In anschließenden Vertiefungsrunden verständigten sich die Teilnehmenden intensiv zu folgenden Themen:

  • Rassistische Mobilmachungen und mögliche Gegenaktionen,
  • Traumatisierungen geflüchteter Menschen,
  • Grundlagen des Asylverfahrens,
  • Selbstorganisation von Flüchtlingen, Unterbringung in Sachsen,
  • Entlastungsstrategien in der ehrenamtlichen Arbeit sowie zu Asyl im ländlichen Raum.

Im Abschlussplenum wurde der Wunsch nach Fortsetzung dieser gelungenen Veranstaltung mit vielen Engagierten im kommenden Jahr deutlich.

 


> Antiziganismus und Schuldabwehr


Vortrag am Mittwoch, 26. November 2014 um 19.30 Uhr
kosmotique, Martin-Luther-Str. 13, 01099 Dresden

Vortrag von Hannah Eitel, Moderation Danilo Starosta (Kulturbüro Sachsen, Dresden)
“Wir müssen noch erhobenen Hauptes durch die Stadt gehen können.” Mit dieser Begründung wandte sich Klaus Landowsky von der Berliner CDU vor Jahren gegen ein Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten und ermordeten Sintezze und Romnija. Ähnliche Aussagen sind aus der deutschen Beschäftigung mit der Shoah nur allzu bekannt und werden auf die Abwehr der Schuld an der Judenvernichtung zurückgeführt. Demnach wirkt die Erinnerung an die Schuld an der Shoah bedrohlich für das deutsche Kollektiv. Sie wird daher abgewehrt und mit ihr die vermeintlichen Trägerinnen eines „Schuldvorwurfs“ – jüdische Überlebende und Nachkommen. In der Kritischen Theorie wird dies als Sekundärer oder Schuldabwehr-Antisemitismus bezeichnet.
Für einen ,Schuldabwehr-Antiziganismus’ scheint jedoch das Entscheidende zu fehlen: das Schuldgefühl. Hinzu kommt die Unterschiedlichkeit von Antisemitismus und Antiziganismus. Wie lassen sich Aussagen wie die obige dann erklären? Anhand von analysierten Leserinnenkommentaren folgt dieser Vortrag der Frage nach einem „Funktionswandel im Sinne der Abwehr“ (Lars Rensmann) beim Antiziganismus. Dabei zeigen sich sowohl verschiedene Strategien der Schuldabwehr als auch Zusammenhang und Unterschiede von Antisemitismus und Antiziganismus nach Auschwitz.

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