AKTUELL

> Antiziganismus und Schuldabwehr


Vortrag am Mittwoch, 26. November 2014 um 19.30 Uhr
kosmotique, Martin-Luther-Str. 13, 01099 Dresden

Vortrag von Hannah Eitel, Moderation Danilo Starosta (Kulturbüro Sachsen, Dresden)
“Wir müssen noch erhobenen Hauptes durch die Stadt gehen können.” Mit dieser Begründung wandte sich Klaus Landowsky von der Berliner CDU vor Jahren gegen ein Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten und ermordeten Sintezze und Romnija. Ähnliche Aussagen sind aus der deutschen Beschäftigung mit der Shoah nur allzu bekannt und werden auf die Abwehr der Schuld an der Judenvernichtung zurückgeführt. Demnach wirkt die Erinnerung an die Schuld an der Shoah bedrohlich für das deutsche Kollektiv. Sie wird daher abgewehrt und mit ihr die vermeintlichen Trägerinnen eines „Schuldvorwurfs“ – jüdische Überlebende und Nachkommen. In der Kritischen Theorie wird dies als Sekundärer oder Schuldabwehr-Antisemitismus bezeichnet.
Für einen ,Schuldabwehr-Antiziganismus’ scheint jedoch das Entscheidende zu fehlen: das Schuldgefühl. Hinzu kommt die Unterschiedlichkeit von Antisemitismus und Antiziganismus. Wie lassen sich Aussagen wie die obige dann erklären? Anhand von analysierten Leserinnenkommentaren folgt dieser Vortrag der Frage nach einem „Funktionswandel im Sinne der Abwehr“ (Lars Rensmann) beim Antiziganismus. Dabei zeigen sich sowohl verschiedene Strategien der Schuldabwehr als auch Zusammenhang und Unterschiede von Antisemitismus und Antiziganismus nach Auschwitz.

> Countering Hate and Promoting Tolerance


Vom 01. bis 23.11.2014 ist unser Mitarbeiter Michael Nattke im Rahmen eines International Visitor Leadership Program des U.S. Department of State in den USA unterwegs. Das Programm steht unter der Überschrift "Countering Hate and Promoting Tolerance". Neben Michael Nattke wurden in diesem Jahr der Kölner Polizeibeamte Mehmet Karapiner, und der MdL Sebastian Striegel (Bündnis 90/Grüne, Sachsen-Anhalt) ausgewählt. Auf der Reise durch Washington D.C., Montgomery (Alabama), Los Angeles (Kalifornien) und Mineapolis (Minnesota) kommt es zu zahlreichen Treffen
mit staatlichen und nicht-staatlichen Akteur_innen, um sich über die Arbeit gegen Hate Crimes, Neonazi-Strukturen und für Bürger-und Menschenrechte in den USA und in Deutschland auszutauschen und voneinander zu lernen.

Spannende Details und Bilder der Reise kann man täglich unter folgendem Link verfolgen:

http://m-lookingatthings.tumblr.com

Der Facharbeitskreis MENOR präsentiert in Kooperation mit dem Kulturbüro Sachsen e.V.:

> „Das sagt man aber nicht, das ist nicht nett…“

Workshop zum Umgang mit diskriminierender Sprache in der Jugend(sozial)arbeit

 
am Mittwoch, 26. November 2014 in Chemnitz
Zeit: 10:00-17:00 Uhr
Ort: Lokomov, Augustusburger Str. 102, 09126 Chemnitz


Bitte auf das Bild klicken um den Flyer als .PDF anzusehen

Achtung: Die Veranstaltung ist bereits voll. Wegen der großen Nachfrage werden wir sie im ersten Quartal 2015 noch einmal wiederholen.

Rassistische und andere diskriminierende Äußerungen begegnen uns tagtäglich in Beruf und Privatleben. Sie werden als Schimpfwörter oder Bezeichnungen für andere Menschen benutzt. Wird das Thema angesprochen, bekommt man häufig Antworten wie: „Das ist doch nicht so gemeint!“ oder „Das sagen wir schon immer so.“ Oftmals erscheint es schwierig, einen adäquaten Umgang damit zu finden. Hierbei stellen sich viele Fragen. Ist es sinnvoll, auf jede Beleidigung zu reagieren? Und wenn ja, wie? Was steckt hinter den einzelnen Begriffen? Wie spreche ich das Problem am besten an?

Während des Workshops werden wir uns damit beschäftigen, welche Formen von Diskriminierung es gibt. Zudem werden wir uns theoretisch und praktisch mit der Frage beschäftigen, wie man mit diskriminierenden Äußerungen und Schimpfwörtern, speziell in der Jugendarbeit, umgehen kann. Geleitet wird der eintägige Workshop von Mitarbeitenden des Antidiskriminierungsbüro Sachsen e.V.

Der Workshop wird organisiert vom Facharbeitskreis MENOR (Menschenrechtsorientierte Sozialarbeit) in Westsachsen in Kooperation mit dem Kulturbüro Sachsen e.V. und unterstützt von der Botschaft der Vereinigten Staaten von Amerika. Für einen Mittagsimbiss und Getränke ist gesorgt. Die Teilnehmendenzahl ist begrenzt.

Anmeldung bitte bis zum 18.11.2014 an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder telefonisch unter 0177/3688577.

Organisatorischer Hinweis:
Die Veranstalter behalten sich vor, Personen die rechtsextremistischen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremistischen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von diese auszuschließen..

 
Herzliche Grüße,
Kulturbüro Sachsen e.V.

10.11.2014: Pressemitteilung des Sächsischen Flüchtlingsrat e.V.

> Zur PEGIDA-Demonstration und der Aufnahme Asylsuchender in Dresden

Dresdner Kirchen, Religionsgemeinschaften und zivilgesellschaftliche Initiativen stellen sich gegen die Inhalte der PEGIDA*-Demonstrationen, die an den letzten drei Montagen stattfanden. (*Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes)

Der Hass gegen den Islam und die Ablehnung der Aufnahme Asylsuchender bestimmen die Positionen der PEGIDA. Demgegenüber treten die unterzeichnenden Organisationen für die Religionsfreiheit und die Aufnahme Asylsuchender in Dresden ein. Die Radikalisierung Einzelner darf nicht auf eine gesamte vielfältige Religion übertragen werden. Wir wollen uns nicht
vor den Folgen von Krieg, Not und aktuellen weltweiten Krisen verschließen.
Wir als Unterzeichner_innen sehen es als unsere humanitäre Pflicht und als Gebot der Stunde, Geflüchtete auch in Dresden aufzunehmen und ihnen Schutz zu gewähren. Gerade vor dem Hintergrund der weltweiten Fluchtzahlen ist dies nur eine kleine Geste.

Migration und Einwanderung haben unsere Gesellschaft seit jeher bereichert.
Offenheit und Dialog zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft, Religion, Lebensentwürfen und persönlichen Erfahrungen stellen einen Gewinn für Dresden dar. Die Aufnahme Asylsuchender in Dresden muss auch in dieser Weise gedacht werden und darf nicht nur bloße Verwaltungsaufgabe sein. Unabhängig davon, welchen Aufenthaltsstatus eine Person hat, ist sie Einwohner_in der Landeshauptstadt. Viele Dresdner_innen, die sich für ein friedliches Miteinander und gegen rassistische Mobilisierung in unserer Stadt engagieren, stehen für eine andere Stadtgesellschaft.

Die rechtskonservativen und nationalistischen Parolen der PEGIDA widersprechen unserer Auffassung von einer weltoffenen und auf Akzeptanz der Verschiedenheiten von Menschen beruhenden Gesellschaft.


Unterzeichnet durch:

Islamisches Zentrum Dresden e.V.
Jüdischen Gemeinde zu Dresden
Superintendent Christian Behr, Ev. Kirchenbezirk Dresden-Mitte
Superintendent Albrecht Nollau, Ev. Kirchenbezirk Dresden-Nord Dompfarrer
Norbert Büchner, Dekan der kath. Gemeinden für Dresden
Albrecht Engelmann, Ausländerbeauftragter Ev. Luth. Landeskriche Sachsens pax christi Dresden
Marc Lalonde,Vorsitzender des Ausländerbeirats Dresden 2011-2014

Ausländerrat Dresden e.V.
Bürger.Courage e.V.
HATiKVA-Bildungs- und Begegnungsstätte für jüdische Geschichte und Kultur Sachsen e.V Kulturbüro Sachsen e.V.
Opferberatung des RAA Sachsen e.V.
Sächsischer Flüchtlingsrat e.V.

 

Für Rückfragen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung:

Marko Schmidt, Sächsischer Flüchtlingsrat e.V.,
geschaeftsstelle(at)saechsischer-fluechtlingsrat.de

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Sächsischer Flüchtlingsrat e.V.

Geschäftsstelle Dresden
Dammweg 5
01097 Dresden

Tel: 0351 - 87 45 17 10

http://www.saechsischer-fluechtlingsrat.de

8. November 2014

> 3. Initiativenkonferenz „Asyl in Sachsen“ in Dresden

Bitte beachten Sie, dass die Abendveranstaltung am 07. 11. entgegen der urspünglichen Ankündigung leider entfällt. Die Netzwerktagung am 8.11. findet statt.

wir möchten Sie über folgenden Termin informieren:
Bereits zum dritten Mal findet die Initiativenkonferenz „Asyl in Sachsen“ statt. Ziel ist es einen breiten Erfahrungsaustausch und eine Vernetzungsplattform für Initiativen und Einzelpersonen, die sich für die Belange geflüchteter Menschen engagieren, zu bieten. Ein wesentliches Anliegen ist es dabei, dass Asylsuchende und Flüchtlinge aktiv in die Vorbereitung und Durchführung des Treffens einbezogen werden.

Auf die Bilder klicken um komplette Flyer im .PDF-Format anzusehen:

 

Organisatorischer Hinweis:
Die Veranstalter behalten sich vor, Personen die rechtsextremistischen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremistischen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von diese auszuschließen.

 

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